Das Märkische Kino wurde 1992 als Film AG an der Märkischen Schule gegründet und arbeitet seitdem ohne Unterbrechung. Unter der Leitung von OStR. Manfred Gersemann sind in wechselnder Besetzung 10 - 20 Schülerinnen und Schüler der Märkischen Schule aus den Jahrgangsstufen 9 - 13 als Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb und die Organisation von Wattenscheids einzigem Filmtheater verantwortlich. Das Kino wird technisch und wirtschaftlich professionell betrieben. Alle Kinoveranstaltungen finden in der Stadthalle Wattenscheid im durchschnittlich vierzehntägigen Abstand statt.
Auf Initiative der Film AG wurde im Laufe der Jahre die Stadthalle Wattenscheid zu einem professionell ausgestatteten Filmtheater ausgebaut. Das Märkische Kino verfügt heute in einer eigens errichteten geschlossenen Vorführkabine auf der Empore der Stadthalle über einen besonders lichtstarken 35mm-ErnemannIX-Kinoprojektor mit angeschlossenem 4000m-Spulenturm für die kontinuierliche Vorführung aller gängigen Kinoformate. Für den Ton wird das in der Stadthalle erst kürzlich völlig installierte Ton- und Verstärkersystem genutzt. Die großen Fensterflächen der Stadthalle können mit lichtundurchlässigen, neuen Vorhängen vollständig verdunkelt werden. Besonders stolz sind wir auf unsere erst vor wenigen Jahren eingebaute Großleinwand im Format 5,5x10m, die über die gesamte Bühnenbreite der Stadthalle reicht und damit echte Kinoatmosphäre in die Stadthalle verbreitet.
Das Märkische Kino arbeitet mittlerweile mit fast allen namhaften in- und ausländischen Filmverleihern zusammen. Dies macht es möglich, auch relativ neue Filme schon wenige Wochen nach ihrem Deutschlandstart in Wattenscheid anbieten zu können. Lediglich von Neustarts und Erstaufführungen sind wir ausgeschlossen, da diese Filme ausschließlich wochenweise vermietet werden. Daneben bemühen wir uns aber auch immer wieder um ältere Filmklassiker und um Filme in Originalfassung.
Seit Mai 1992 haben insgesamt 211 Veranstaltungen mit 167 verschiedenen Filmen stattgefunden. Die Besucherzahl lag in diesem Zeitraum bei über 23.000 Personen.
Neben den regelmäßigen Filmprogrammen am Nachmittag und am Abend fanden seit 1993 durchschnittlich dreimal pro Jahr Sondervorstellungen mit Filmen zu besonderen Themen während der Unterrichtszeit statt. Das Spektrum reichte von besonderen Kinderfilmen für die Orientierungsstufe über Literaturverfilmungen und Meisterwerken der Filmgeschichte bis zum Kino im Nationalsozialismus. Den Schülerinnen und Schülern sollte jahrgangsstufenübergreifend wenigstens einmal im Schuljahr die Möglichkeit geboten werden, Kinoveranstaltungen am Vormittag während der regulären Unterrichtszeit zu erleben. Dazu wurden Filme ausgesucht, die in besonderem Maße als sehenswert einzustufen waren, die aber im kommerziell orientierten Kinogeschäft kaum eine Chance erhalten hatten. Anders als bei den auch im Unterricht eingesetzten Videofilmen sollte hier als zentrales Moment das Gemeinschaftserlebnis als eine andere Dimension der Kommunikation im Vordergrund stehen.
Diese Initiative wurde seit 2003 dahingehend ausgeweitet, dass sich das Märkische Kino als ein fester Bestandteil bei der Durchführung der Schul-Film-Woche in NRW etablierte. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen: Bei der Schul-Film-Woche im Juni 2005 war das Märkische Kino hinter einem Filmtheater in Köln und in Herne das Kino mit den höchsten Besucherzahlen in ganz NRW. Auch von 2008 bis 2010 konnten erneut vierstellige Besucherzahlen erreicht werden. Nicht ganz so erfolgreich verlief die SchulKinoWoche 2011: es konnten nur 6 Vorstellungen stattfinden, zu denen aber immerhin 835 Besucher kamen. Natürlich wird sich das Märkische Kino auch an der nächsten SchulKinoWoche im Januar 2012 wieder aktiv beteiligen.